Hans Günter Radmann                                                                              Paintings and Novels                                                                         
Dramenromane und romantische Spannungsromane                                                                                                                                                                                                                                                                                     Kreativität ist ein grandioses Geschenk des allmächtigen Schöpfers an den Menschen. Kunst entsteht nie von allein, muss fantasievoll erlernt, erarbeitet und mit Hingabe gelebt werden, mit der tiefen Dankbarkeit an ihn, mit Respekt für das Motiv.                    Creativity is a grandiose gift from the almighty God to humans. Arts cannot be developed by nothing, it has to be learned successfully and should be live with deep Devotion together with Thankfulness to him, with Respect for the Content.


SIGNAL 4 - Die Augen eines Fischermädchens (Valerie)

Eine mitreißende Geschichte im Geist einer faszinierenden Liebe im Land der über 7000 Inseln


Die junge Frau auf dem Cover trägt ein KIMONA Oberteil. Der durchscheinende Organza oder Seidenstoff ist sehr bestickt. Man muss immer ein Unterkleid oder ein weißes Shirt darunter tragen, so auch bei ähnlichen Barongs für die Männer.

Das Mädchen Valerie fällt in der Geschichte dadurch auf, dass sie ein Kleid in der Machart des 19 Jahrhunderts trägt, welches von einer Stardesignerin modern interpretiert wurde. Es ist so ungewöhnlich, das Anthony davon völlig fasziniert wird, während die Nachbarn im Dorf eher unschlüssig sind, ob sie es vernünftig finden sollten. Valerie hängt aber aus einem hoch sentimentalen Grund an diesem Kleid, was der Roman eindrucksvoll erklärt.

Valerie trägt gemäß dieser Idee genau genommen ein MARIA CLARA Kleid, welches an die Tradition der 1900er Jahre anknüpft. Im Film GOYO - ANG BATANG HENERAL kann man diese historischen Kleider sehen, die um die Zeit des spanisch-amerikanischen Krieges und den folgenden Schlachten der Filipinos gegen die neuen Besatzer von den Frauen der Oberschicht getragen wurden. Hier galt die Würde und Ehre einer Filipina noch als etwas Kostbares. Im Gegensatz dazu trägt Vian rechts ein FILIPINIANA, bei dem die Ärmel nach oben stehen.

Leseprobe

  „Lass uns Leute herholen und abfahren.“

  „Valerie.“

  „Was?!“

  „Das wird nichts.“

 „Warum!? Du wolltest meinem Volk doch helfen. Und jetzt? Tue endlich was!“

 „Wer gibt mir das Recht zu entscheiden, wen wir mitnehmen? Ich bekomme vielleicht 100 Leute hier zusammengequetscht und dann? Wen nehmen wir mit? Rodrigo, Joy, deine Eltern? Manong Manu und seine Frau, der du ewigen Utang schuldest?“

  „Oh ja! Sie hat mir mein Leben gerettet, vergiss das nicht.“

 „Gut. Dann die Nachbarn? Die Leute, die nett sind? Lisa, deine Freundin? Die Kinder im Ort? Wenn wir zurückkommen sollten, was können wir mit den Kids denn machen, wenn ihre Eltern das nicht überlebt haben sollten? Die Geschwindigkeit reicht höchstens bis Negros Oriental, bestenfalls bis Mindoro. Vergiss es. Dieser „Signal 4“ wird uns morgen einholen.“

Valeries Augen sprechen ganze Dramen aus. Sie blickt zur Kajüte in der Schiffsmitte. Seine Worte sind schneidend gewesen, brachial wahr. Sie lässt ihren Seufzer in dem schweren Herzen fallen, das sie im Moment zusammenschnürt. Diese Rettungsidee kommt ihr schon absurd vor. Andere Gedanken steigen kribbelnd in ihr hoch. Würden sie wirklich überleben, um ihre gemeinsame Zukunft wunderbar erleben zu können? Innere Verzweiflung schleicht sich durch ihre ganzen Sinne und ihren Körper, ihre Angst und die Unerfahrenheit gegen die herannahende Katastrophe.

 „Wir haben auch nicht mehr genug Treibstoff an Bord.“

 „Du hast recht.“

 „Wir können nur „Bayanis“ sein, wenn wir das zusammen durchstehen und hoffen, das zu überleben. Aber ich haue nicht ab!“

Sie blickt ihn wieder an, so mitteilsam würdig, erleuchtet durch die herrlichen Augen, die sie als Geschenk seit ihrer Geburt mitbekam.

 „Ich auch nicht.“

Er packt ihre Hand sanft und führt sie auf die Empore des Steuerstands. Von hier kann man alles erblicken, weit bis nach vorne an den beiden Masten vorbei bis zur Spitze des Bugs und den beiden Seitenschwimmern mit den windschnittigen Kanten. Valerie legt ihre Hände an die Speichen des Ruders und hat nun etwas wie eine echte Heldin, eine „Bayani“, an sich. Anthony hätte so gerne seine Kamera im Anschlag, um ihr wundervoll mutig illuminierendes Gesicht für immer auf ein Bild zu bannen. Der laue Wind lässt ihre rabenschwarzen Haare leicht wehen. Ihm ist es kristallklar. Sie müssen nun „Bayanis“ sein, philippinische Helden im Durchstehen dieser Prüfung. Morgen, wenn er die Küste erreicht haben würde. Sie werden viel verlieren, aber nicht alles. Anthony ist sich sicherer denn je. Ein ihn durchdringender Mut packt ihn fest, nachdem er zum Himmel hochgesehen hat, um ein kurzes Gebet um Kraft zu senden. Sanft umarmt er Valerie von hinten, schiebt seine Hände an ihren zierlichen Armen entlang, um die Speichen des Steuerrades zu umgreifen und dabei die Feinheit dieser zarten Haut zu spüren.